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Geschichte

Am 30. Juni 1883 wurde unter dem Vorsitz des Schopfheimer Buchhändlers Arnold Uehlin im Gasthaus zur Sonne die Ortsgruppe Schopfheim des Schwarzwaldvereins gegründet. Erster Vorsitzender wurde Professor Rudolf Brefin. Seither schrieb der Schwarzwaldverein in Schopfheim eine Erfolgsgeschichte, die seit 125 Jahren andauert und eng verbunden ist mit dem 115 Jahre alten Turm auf der Hohen Möhr.
Die Mitgliederzahl betrug im Gründungsjahr 42 Männer. Schon im ersten Vereinsjahr wurde erwogen, auf dem schönsten Aussichtspunkt weit und breit, auf der Hohen Möhr, einen Turm zu bauen. Doch noch war nicht genügend Geld vorhanden. An der Hauptversammlung am 3. Juni 1892 wurde beschlossen, im selben Jahr mit dem Bau des Turmes zu beginnen. Ursprünglich wollte man einen viereckigen Turm aus Holz, verkleidet mit Holzschindeln, errichten. Aus Sicherheitsgründen kam man davon ab. Es sollte ein Turm aus Stein gebaut werden.

Mit dem Bau wurde der italienische Maurermeister Cesare Sironi aus Schopfheim beauftragt. Die Steine für den Turmbau stammten aus dem Umkreis der Höhen Möhr, während die Granitplatten für die Steinstufen aus Pollegio bei Biasca an der Gotthardbahn (Tessin) kommen sollten. Sie waren samt Transport immer noch preiswerter als das entsprechende Material aus Deutschland. Die Grundsteinlegung am 24. Juli 1892 wurde zum großen Fest. Schwarzwaldvereinspräsident , Professor Dr. Behagel aus Freiburg, beschwor bei den ersten drei Hammerschlägen: "Der Turm erhebe sich dem Wanderer zur Freude, der Sektion Schopfheim zur Ehre, und erhalten bleibe er unter Gottes Hilfe, geschützt vor Blitzstrahl!"

Nach einem Monat hatte der Turm schon eine Höhe von 14,5 Metern erreicht. Weil der Mörtel nicht trocknen wollte, entschloss man sich, mit dem Bau erst wieder im Frühjahr 1893 weiterzumachen. Der Sockel musste abgetragen und der Bau mit besserem Material neu begonnen werden. Dann funktionierte die Arbeit, flott ging es voran, so dass am 24. Mai 1894 unter der Regie von Dr. Michael Brunner die Einweihungsfeier mit opulentem Mahl (neun Gänge) erfolgte.

Am 22. Juni 1922 brannte wegen eines Blitzschlages der Holzteil des Turmes nieder. Der Baukostenvoranschlag für die Instandsetzung betrug 500 000 Mark. Doch die unsägliche Inflation ließ am Ende die Turm-Reparatur 187 Millionen Mark kosten. Am 23. November 1923 war der böse Spuk zu Ende, und eine Million Mark wurde gegen eine Rentenmark umgetauscht.

Im 2. Weltkrieg sanken die Vereinsaktivitäten auf den Nullpunkt. Der Schwarzwaldverein Schopfheim begann erst 1949 mit seinen Aktivitäten wieder. Der Turm war in den vergangenen zehn Jahren arg ramponiert worden. Es musste viel Geld beschafft werden, um die großen Schäden zu beheben. Doch Bürgermeister Johannes Hirling und Karl Ringwald, der spätere "Möhrenvater", sammelten unermüdlich Geld für die anstehende Reparatur. Am 30. Juli 1951 konnte der Turm wieder der Öffentlichkeit übergeben werden.

Doch von laufenden finanziellen Belastungen blieb der Verein nie verschont. Der Blitzableiter musste erneuert werden, während 1963 der Schindelmantel um den Turm zu ersetzen war. 20 Jahre später folgten weitere Reparaturen, die den Schwarzwaldverein Unsummen kosteten. Zum Jubiläum "100 Jahre Möhrenturm" konnte der Turm rechtzeitig zum 1. Mai 1983 wieder bestiegen werden.

Nur Dank Spenden und ehrenamtlichem Engagement kann der Aussichtsturm bis heute gewartet werden. Er ist ein markantes Ziel, den viele Wanderer erklimmen. Heute steht mit Maria Sütterlin erstmals eine Frau an der Spitze der Schopfheimer Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins, der am Gründungstag, 30. Juni, natürlich in der Sonne sein 125. Jubiläum feiern wird.

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